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Die Use-Case-Bibliothek.

24 KI-Workflows aus Workshops und Kundenprojekten — mit Ablauf, ehrlicher Aufwandseinschätzung und einem Tipp, wie du noch heute selbst startest. Kein Buzzword-Katalog: nur Dinge, die in kleinen Teams nachweislich funktionieren.

So nutzt du die Bibliothek

1. Markiere beim Lesen alles, was nach deinem Alltag klingt. Bei den meisten Teams sind es 3–5 Treffer.

2. Schau auf das Label am Kartenende: „Selbst machbar" heißt, du kommst mit ChatGPT/Claude und etwas Geduld allein hin. „Workflow-Projekt" heißt, es braucht Anbindung an deine Systeme — das ist unser Job, ab 2.000 €.

3. Fang mit einem an. Der häufigste Fehler ist, fünf Baustellen gleichzeitig zu öffnen. Ein laufender Workflow überzeugt das Team mehr als jede Folie.

Vorab

Der 4-Fragen-Check: Lohnt sich Automatisierung?

Stell jedem Prozess diese vier Fragen. Viermal „ja" = automatisieren. Zweimal „nein" = Finger weg, das wird teurer als Handarbeit.

  1. 01 / 04

    Wiederholt es sich?

    Mindestens wöchentlich, im Kern immer gleich. Einmalige Aufgaben automatisiert man nicht.

  2. 02 / 04

    Gibt es Beispiele?

    10–20 gute Beispiele, wie das Ergebnis aussehen soll? Dann kann die KI lernen. Reine Bauchentscheidungen kann sie nicht.

  3. 03 / 04

    Sind die Daten digital?

    Mail, PDF, Tabelle, System mit Export — alles gut. Zettelwirtschaft und Zuruf-Wissen erst digitalisieren.

  4. 04 / 04

    Darf ein Mensch freigeben?

    Mit Freigabe-Schritt ist ein 95-%-Entwurf Gold wert. Wo Fehler sofort teuer sind, gehört der Mensch in den Loop.

Kapitel 01 · Posteingang & Kommunikation

Mails, die sich selbst sortieren.

Der Posteingang ist fast immer der beste Startpunkt — hoher Schmerz, klare Regeln, schnelle Wirkung.

Use-Case 01 · Triage

Posteingang klassifizieren und zuordnen

Jede eingehende Mail wird nach deinen Kategorien einsortiert (Anfrage, Rechnung, Reklamation, Spam-Bewerbung …), dem richtigen Kunden zugeordnet und mit Priorität versehen.

  • Trigger: neue Mail im Sammelpostfach
  • KI klassifiziert nach 5–10 festen Kategorien
  • Weiterleitung, Label oder Task im Projekttool

Selbst starten:Definiere zuerst deine Kategorien auf Papier — das ist 80 % der Arbeit.

Einstufung:Workflow-Projekt · 1–2 Wochen

Use-Case 02 · Antworten

Antwortentwürfe für Standardfragen

Für die 10 Fragen, die 80 % deiner Mails ausmachen, liegt beim Öffnen schon ein Antwortentwurf in deinem Ton bereit. Du liest, korrigierst, schickst ab.

  • Entwurf aus deinen besten bisherigen Antworten
  • Kundendaten werden automatisch eingesetzt
  • Mensch schickt ab — immer

Selbst starten:Sammle deine 10 besten Antwort-Mails in einem Dokument. Das ist deine Trainingsbasis.

Einstufung:Selbst machbar (Custom GPT) · Workflow lohnt ab ~20 Mails/Tag

Use-Case 03 · Extraktion

Daten aus Mails in Systeme übertragen

Bestellung, Schadensmeldung, Anmeldung — die Angaben aus Freitext-Mails landen als strukturierter Datensatz im CRM, ERP oder Fachsystem. Niemand tippt mehr ab.

  • KI extrahiert definierte Felder aus Freitext
  • Unsichere Felder werden markiert, nicht geraten
  • Schreiben ins Zielsystem per API oder Import

Selbst starten:Probier's mit einer Mail in ChatGPT: „Extrahiere Name, Datum, Anliegen als Tabelle."

Einstufung:Workflow-Projekt · der Klassiker, ab 2.000 €

Use-Case 04 · Rückfragen

Fehlende Angaben automatisch nachfordern

Wenn in einer Anfrage die Hälfte fehlt (keine Kundennummer, kein Datum, kein Anhang), geht automatisch eine freundliche Rückfrage raus — formuliert wie von dir.

  • Pflichtfeld-Check gegen deine Checkliste
  • Rückfrage nennt exakt das Fehlende
  • Antwort wird dem Vorgang wieder zugeordnet

Selbst starten:Schreib die Pflichtfelder pro Vorgangstyp auf — ohne diese Liste geht nichts.

Einstufung:Workflow-Projekt · stark in Kombination mit Use-Case 03

Use-Case 05 · Gesprächsnotizen

Telefonate und Meetings dokumentieren

Sprachnotiz nach dem Kundentermin rein — saubere Gesprächszusammenfassung mit Action Items im CRM raus. Nichts geht mehr zwischen Tür und Angel verloren.

  • Transkription der Sprachnotiz
  • Zusammenfassung, To-dos, nächste Schritte
  • Ablage am Kundendatensatz

Selbst starten:Diktier-App + ChatGPT: „Fasse zusammen: Ergebnis, offene Punkte, nächste Schritte."

Einstufung:Selbst machbar · Workflow lohnt für CRM-Anbindung

Use-Case 06 · Eskalation

Kritische Mails sofort aufs Radar

Kündigungsdrohung, wütender Kunde, Fristsache: Solche Mails warten nicht bis zur Postrunde am Nachmittag, sondern landen sofort als Ping in Slack oder auf dem Handy.

  • Tonfall- und Schlagwort-Erkennung
  • Sofort-Benachrichtigung mit Kurzfassung
  • Rest läuft normal weiter — kein Alarm-Spam

Selbst starten:Definiere 3 Eskalationsstufen und was jeweils passieren soll.

Einstufung:Workflow-Projekt · klein, oft Teil der Triage

Kapitel 02 · Vertrieb & Kunden

Leads, die nicht mehr versanden.

Vertriebs-Workflows zahlen doppelt: gesparte Zeit plus Umsatz, der vorher liegen blieb.

Use-Case 07 · Lead-Intake

Anfragen qualifizieren und ins CRM

Website-Formular, Mail oder Portal-Anfrage: Der Lead wird angereichert (Firma, Größe, Branche), vorqualifiziert und landet mit allen Infos im CRM — inklusive Vorschlag für die Antwort.

  • Anreicherung aus öffentlichen Quellen
  • Scoring nach deinen Kriterien
  • CRM-Eintrag + Slack-Ping an den Vertrieb

Selbst starten:Schreib auf, woran du einen guten Lead erkennst — 5 Kriterien reichen.

Einstufung:Workflow-Projekt · 1–2 Wochen

Use-Case 08 · Follow-up

Nachfassen, bevor der Lead kalt wird

Angebot raus, dann Funkstille? Der Workflow erinnert nach X Tagen — oder formuliert gleich die Nachfass-Mail vor, abgestimmt auf das, was im letzten Kontakt besprochen wurde.

  • Wiedervorlage aus CRM-Status abgeleitet
  • Nachfass-Entwurf mit Bezug zum Angebot
  • Stopp-Logik: nie nerven, nie doppelt

Selbst starten:Lege im CRM ein Feld „letzter Kontakt" an und pflege es 2 Wochen konsequent.

Einstufung:Workflow-Projekt · klein

Use-Case 09 · Call-Analyse

Sales Calls analysieren sich selbst

Aus jedem Verkaufsgespräch wird ein Datensatz: Pain Points, Einwände, nächste Schritte — automatisch ins CRM, plus Feedback an die Vertriebsperson. Läuft so bei einem Kunden im Einsatz.

  • Transkript → Action Items und Pain Points
  • CRM-Felder werden mit Kontext befüllt
  • Wochen-Report erkennt Muster über alle Calls

Selbst starten:Nimm einen Call auf (mit Einverständnis!) und lass dir Einwände + nächste Schritte extrahieren.

Einstufung:Workflow-Projekt · echter Kunden-Case (n8n × HubSpot × Claude)

Use-Case 10 · Angebote

Angebotsentwürfe aus dem Anforderungstext

Aus der Kundenanfrage und deiner Preisliste entsteht ein Angebotsentwurf in deiner Vorlage — Positionen, Texte, Konditionen. Du prüfst Preise und schickst raus.

  • Anforderungen → Positionen gemappt
  • Texte aus deinen besten Angeboten
  • Immer als Entwurf, nie automatisch raus

Selbst starten:Sammle deine 5 besten Angebote als Vorlagen-Basis.

Einstufung:Selbst machbar für Texte · Workflow für Positionen + Kalkulation

Use-Case 11 · Bestandskunden

Anlässe im Bestand erkennen

Vertragsende, Jahrestag, Nutzungsänderung, offene Empfehlung: Der Workflow geht regelmäßig durch deinen Bestand und legt dir eine priorisierte Kontaktliste mit Gesprächsaufhänger hin.

  • Regeln + KI-Bewertung pro Kundenprofil
  • Konkreter Aufhänger statt „mal melden"
  • Wöchentliche Liste statt Bauchgefühl

Selbst starten:Exportiere deinen Bestand als CSV und frag die KI nach auslaufenden Verträgen in 90 Tagen.

Einstufung:Workflow-Projekt · Umsatz-Hebel

Use-Case 12 · Onboarding

Neukunden-Onboarding ohne Zettelwirtschaft

Vertrag unterschrieben — und dann? Unterlagen anfordern, Zugänge anlegen, Willkommensmail, interner Task: die ganze Strecke läuft als Sequenz automatisch an.

  • Trigger: Status „gewonnen" im CRM
  • Checkliste arbeitet sich selbst ab
  • Status sichtbar für das ganze Team

Selbst starten:Schreib die Onboarding-Schritte einmal vollständig auf — meist sind es mehr als gedacht.

Einstufung:Workflow-Projekt · 1–2 Wochen

Kapitel 03 · Backoffice & Buchhaltung

Papierkram, der sich selbst erledigt.

Unsichtbare Arbeit, die niemand vermisst, wenn sie automatisch läuft.

Use-Case 13 · Rechnungen

Eingangsrechnungen auslesen und vorkontieren

PDF-Rechnungen aus dem Mail-Postfach werden ausgelesen, gegen Bestellungen geprüft und vorkontiert an die Buchhaltung übergeben — sevdesk, Lexware, DATEV-Export.

  • OCR + KI auch für Scans
  • Abgleich gegen Bestellung / Wareneingang
  • Abweichungen werden geflaggt

Selbst starten:Leg ein Sammelpostfach rechnungen@ an — Bündelung ist der erste Automatisierungsschritt.

Einstufung:Workflow-Projekt · Monatsende-Klassiker

Use-Case 14 · Abgleich

Listen gegeneinander prüfen

Provisionslisten gegen Soll, Lieferscheine gegen Bestellungen, Bank gegen offene Posten: Der Workflow matcht, markiert Differenzen und erklärt sie in Klartext. Echter Kunden-Case: 5 h/Woche → 10 Minuten.

  • Matching auch bei unsauberen Daten
  • Differenzen mit Begründung vorgelegt
  • Freigabe-Klick statt Excel-Akrobatik

Selbst starten:Zähl mal mit, wie viele Stunden im Monat du mit Listen-Abgleich verbringst. Die Zahl überrascht fast immer.

Einstufung:Workflow-Projekt · unser meistgebauter Workflow-Typ

Use-Case 15 · Reports

Der Wochenreport, der sich selbst schreibt

Zahlen aus Shop, CRM, Buchhaltung oder Projekttool — als lesbarer Klartext-Report montags im Postfach. Mit Auffälligkeiten erklärt, nicht nur gemeldet.

  • Datenquellen automatisch abgefragt
  • Klartext statt Dashboard-Wüste
  • „Was ist anders als letzte Woche?" inklusive

Selbst starten:Schreib auf, welche 5 Zahlen du wirklich jede Woche brauchst — der Rest ist Rauschen.

Einstufung:Workflow-Projekt · klein

Use-Case 16 · Dokumente

PDFs und Scans in strukturierte Daten

Anträge, Verträge, Formulare, Lieferscheine: Was als PDF oder Scan reinkommt, wird zu sauberen Datensätzen im Zielsystem — mit Vier-Augen-Freigabe vor dem Schreiben.

  • Feld-Mapping auf dein System
  • Unsicherheiten markiert statt geraten
  • Auch Handschrift-Scans oft machbar

Selbst starten:Wirf ein PDF in ChatGPT/Claude und lass dir die Felder als Tabelle ausgeben — so testest du die Machbarkeit.

Einstufung:Workflow-Projekt · ab 2.000 €

Use-Case 17 · Termine & Fristen

Fristen erkennen und erinnern

Kündigungsfristen, Gewährleistung, Gerichts- oder Abgabetermine: aus Dokumenten und Mails extrahiert, im Kalender eingetragen, rechtzeitig eskaliert.

  • Fristen aus Dokumenten gezogen
  • Erinnerung gestaffelt vor Ablauf
  • Übersicht: was läuft wann ab

Selbst starten:Ein geteilter „Fristen-Kalender" fürs Team ist der Low-Tech-Vorläufer — sofort machbar.

Einstufung:Workflow-Projekt · klein, hoher Ruhig-Schlafen-Faktor

Use-Case 18 · Personal

Bewerbungen vorsortieren — fair und nachvollziehbar

Eingehende Bewerbungen werden gegen das Anforderungsprofil gespiegelt und mit Begründung vorsortiert. Die Entscheidung trifft ein Mensch — aber ohne 80 PDFs einzeln zu öffnen.

  • Abgleich gegen Muss- und Kann-Kriterien
  • Begründung pro Einschätzung — keine Blackbox
  • Absagen-Entwürfe respektvoll formuliert

Selbst starten:Formuliere Muss-Kriterien messbar („3 Jahre X", nicht „erfahren") — sonst kann niemand fair sortieren.

Einstufung:Workflow-Projekt · Transparenz-Pflicht beachten

Kapitel 04 · Content & Wissen

Wissen, das nicht in Köpfen feststeckt.

Texte in Serie und Antworten aus dem eigenen Wissensbestand — die zwei Dinge, die KI sichtbar gut kann.

Use-Case 19 · Produkttexte

Produkttexte in Serie, im Markenton

CSV mit Produktdaten rein — Beschreibung, SEO-Title, Meta-Description und Alt-Texte raus, direkt ins Shop-Backend. 500 Artikel in Stunden statt Wochen.

  • Tonalität aus deinen besten Texten
  • SEO-Metadaten immer mit dabei
  • Stichproben-Freigabe vor dem Publish

Selbst starten:Gib der KI 3 deiner besten Texte als Beispiel mit — der Unterschied ist dramatisch.

Einstufung:Selbst machbar bis ~50 Artikel · darüber Workflow

Use-Case 20 · Wissensdatenbank

Fragen ans eigene Firmenwissen stellen

„Wie war das nochmal bei…?" — Ein Assistent, der auf euren Dokumenten, Wikis und Ablagen basiert und Antworten mit Quellenangabe liefert. Statt den einen Kollegen zu fragen, der es weiß.

  • RAG auf eurem Wissensbestand
  • Antworten mit Quelle, kein Halluzinieren ins Blaue
  • Rechte-Konzept: jeder sieht nur Seines

Selbst starten:Räum zuerst die Ablage auf — eine KI auf chaotischen Dokumenten gibt chaotische Antworten.

Einstufung:Tool-Projekt · typisch 8–25 k € je nach Umfang

Use-Case 21 · Übersetzung

Mehrsprachige Inhalte aus einer Quelle

Produkttexte, Hilfeseiten oder Newsletter werden aus dem Deutschen automatisch in weitere Sprachen übertragen — mit Glossar für eure Fachbegriffe, nicht Wort-für-Wort.

  • Firmen-Glossar wird durchgesetzt
  • Ton bleibt erhalten, nicht nur der Inhalt
  • Publish in CMS oder Shop automatisch

Selbst starten:Leg das Glossar an: 20 Begriffe, die nie frei übersetzt werden dürfen.

Einstufung:Selbst machbar für Einzeltexte · Workflow für Serien

Use-Case 22 · Social & Newsletter

Aus einem Inhalt fünf machen

Ein Projektbericht, Blogpost oder Vortrag wird automatisch zu LinkedIn-Post, Newsletter-Abschnitt und Kurzfassung fürs Team — jeweils im passenden Format und Ton.

  • Ein Ausgangstext, mehrere Zielformate
  • Deine Ton-Regeln pro Kanal hinterlegt
  • Entwürfe zur Freigabe, kein Auto-Posting

Selbst starten:Schreib einmal auf, wie dein LinkedIn-Ton ist (3 Regeln, 2 No-Gos) — und nutze das als festen Prompt.

Einstufung:Selbst machbar · Workflow spart das Copy-Paste

Use-Case 23 · Meeting-Wissen

Entscheidungen auffindbar machen

Meeting-Transkripte und Protokolle werden zusammengefasst, verschlagwortet und durchsuchbar abgelegt. „Was haben wir im März zu X entschieden?" hat wieder eine Antwort.

  • Zusammenfassung + Entscheidungen + To-dos
  • Ablage strukturiert in Notion & Co.
  • Suche über alle Meetings hinweg

Selbst starten:Führe „Entscheidungen"-Abschnitte in Protokollen ein — strukturierter Input ist die halbe Miete.

Einstufung:Selbst machbar mit Bordmitteln · Workflow für die Ablage-Strecke

Use-Case 24 · Deiner

Der Workflow, der hier fehlt.

Die wertvollsten Use-Cases stehen in keiner Bibliothek — sie stecken in deinem Tagesgeschäft. Wenn beim Lesen ein „bei uns wäre das…" aufgetaucht ist: genau darüber sollten wir reden.

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  • Du bekommst eine Einschätzung — auch wenn sie „lohnt nicht" lautet
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